Steinig,
windig, herzlich Törnbericht Kroatien. Nachdem die Familie sich überraschend zum ersten gemeinsamen Törn bekannt hatte, wurde dieser mit großem Erfolg zu Pfingsten 2002 durchgeführt. Die Woche ging sehr schnell vorbei. Eine Wiederholung wurde gewünscht (und 2003 auch durchgeführt - Bericht)! Rückfragen, Anregungen und eigene Erfahrungen bitte an Dietrich Oberg. |
Der Törn in der Kurzübersicht
Segelmeilen über alles: 111 nm; Motormeilen über alles: 16 nm/5,2h; Gesamtdistanz:
127 nm Törn-Gesamtkosten: 1.857,60 € (465 € pro Person) inkl. Bordkasse (ca. 350 €), Anreise (1600 km zu 0,40 € und Maut/Vignetten von 50,60 €) und Charter (817 €) Anreise und Bootsübernahme Da es uns ein wenig Stress verursacht hat, sollte der
Hinweis auf notwendige Formalien ganz oben an stehen: Unbedingt vor der
Abreise prüfen, ob alle einen gültigen Pass oder Personalausweis
dabeihaben. Die slowenischen Grenzer am Karawankentunnel sind da
ziemlich humorlos. Im negativen Fall bleibt einem nur die Rückfahrt bis
Bad Reichenhall. Dort bekommt man auf der diensthabenden Polizeistation
einen Ersatzpass (8,00 €). Es ist aber nicht gesagt, daß die Slowenen
einem damit nicht auch noch Schwierigkeiten machen, bei uns hat es bei
Ein- und Ausreise dann geklappt. 1. Tag Am Sonntag hieß es bei bewölktem Himmel und mäßig frischem Nordwestwind Leinen los und Kurs auf die Südspitze der Halbinsel. Wir wollten zum 'Aufwärmen' nur einen kleinen Schlag in die Bucht von Medulin machen, damit die Frauen, die bis auf Birgit noch keine Hochseeerfahrung hatten, sich langsam an das Thema gewöhnen könnten. Da sich aber in den Vortagen eine kräftige Welle aus Südwest gebildet hatte konnten wir für unsere Jüngste schon nach kürzester Zeit die Pütz in Arbeitsstellung bringen und dort blieb diese auch bis zum Anlegen. Danach war aber ein für alle Mal Schluss und alle Mägen hatten sich ans Meer gewöhnt. Birgit halfen drei Stunden Rudergehen über diese kritische Anfangsphase hinweg. Besonders angenehm war, dass uns der Wind sehr rasch und kräftig zum Leuchtturm Porer trieb und dann vor Medulin in viel ruhigerem Gewässer die ersten Manöverkurse für die Kinder bei inzwischen strahlendem Sonnenschein ein durchaus positiveres Segelgefühl vermittelten. Kurz vor Medulin entschieden wir uns auf grund der ungenauen Angaben im Hafenhandbuch für die etwas weiter drinnen liegende ACI Marina von Pomer. Für diese - wie auch für die anderen ACI Marinas - galt im Übrigen, dass bereits beim Einlaufen eine Liegeplatzzuweisung mit Leinenunterstützung und Mooringvorbereitung erfolgte. Das machte das Anlegen trotz unerfahrener Besatzung zum Kinderspiel (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch in den Marinas gab es ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Info zu Pomer 2. Tag Den härtesten Schlag taten wir uns am Montag an, da wir uns eigentlich vorgenommen hatten, nach Cres zu kommen. Leider hatte sich der Wind entschieden, mit kräftigen 3 von Ost zu kommen. So begannen wir mit dem Versuch, den langen Weg nach Losinj zu machen, brachen das aber gegen Mittag ab und definierten den Fjord von Trget am Festland als neues Ziel. Auch dabei waren wir nicht ganz vom Glück verfolgt, da der Ost später auf Nordost drehte und stärker wurde. Aber die Kreuz unter Land war recht angenehm und die abendliche Einfahrt in den Fjord ein beeindruckendes Erlebnis. Info zu Trget 3. Tag Weil wir im Ort Pomer ein nettes Restaurant
ausprobieren wollten, beschlossen wir dorthin mit Badestopps
zurückzusegeln. Das schien am Anfang bei fast Null Wind eine
Dieselfahrt werden zu wollen, hat sich aber, als das Baden vom Boot
aus - ein Mordsspass für Kinder, sich im Lifebelt hinterherziehen zu
lassen - langsam zu langweilig wurde, mit gutem Wind zu einem sehr
schönen Segeltag entwickelt. Info zu Pomer 4. Tag Herrlicher Südostwind begünstigte unser
Entscheidung, die historischen Vorzüge von Pula
in Angriff zu nehmen. Das Rauskreuzen aus der Bucht von Medulin war
ein Vergnügen und wurde zu einer kleinen, heimlichen Regatta
verwendet, über deren Ausgang wegen des Abdrehen des 'gegnerischen'
Bootes Unklarheit herrscht. Dann, nachdem die Spitze gerundet war ging
es auf schwungvollem Schmetterlingskurs (die Damen in der Sonne auf
dem Badeheck, der Vater genussvoll am Steuer darauf achtend, dass die
Sonne immer aus der richtigen, gewünschten Richtung kommt) nach
Nordwesten. Dabei war der Schwung so groß (soll heißen der Speed so
unerwartet hoch), dass wir doch tatsächlich den die Einfahrt nach
Pula nahezu unmissverständlich markierenden Leuchtturm 'Peneda'
ignorierten, weil er es eigentlich noch nicht sein konnte. Diese
Entscheidung wurde dann aber kurze Zeit später durch erneutes
Kartenstudium revidiert und nach einer Halse demonstriert, wie sich
der 'warme' Schmetterlingswind an der Kreuz doch recht kalt anfühlen
kann. Nachdem wir dann doch die richtige Einfahrt gefunden hatten,
machten wir um 18h in der ACI Marina von Pula fest. Info zu Pula 5. Tag (Hafentag) In Pula fanden wir ein ganz neues Hilfsmittel zur Astronavigation.
Wir konnten aber, da unverkäuflich, keinen Tauglichkeitstest
vornehmen. Außerdem nutzten wir die Möglichkeit, den morgens
anlegenden Fischern 1 Pfund Sardinen zu 5
kn abzukaufen, die dann in Öl gebraten zu einem ausgezeichneten
Mittagessen verarbeitet wurden. 6. Tag Nichts im Leben ist perfekt, so dass auch nicht verwunderlich war, dass es an unserem letzten Segeltag in Strömen giessen musste. Aber wie wir alle unisono bemerkten, es wäre kein Segeltörn, wenn wir nicht auch einmal richtig von oben nass würden, also rein ins Ölzeug und raus in den Wind. Da es ja nur der kurze Schlag von Pula in die Marina Veruda war konnten wir absehen, dass wir nicht übermässig leiden mussten. Es war sehr schöner Segelwind und wir hatten viel Spass, bis wir uns dann gegen 15h in die Schlange an der Tankstelle einreihten um unsere mickrigen 7 Liter zu tanken. Ein halbe Stunde später lag die 'Fan Chuan II' wieder friedlich an ihrem Heimatsteg, wir schüttelten die nassen Klamotten aus und die Sonne begann, sich hinter den Wolken hervorzuwagen, so dass das verdiente Eis im Marina-Lokal 'Volaria' wohl schmeckte. Rückreise/Weiterreise
Da wir uns noch eine Anschlußwoche auf Rab gegönnt haben, ging es via Labin, Rijeka, Labanca auf die Fähre und in die Ferienwohnung der Fam. Heiden in Barbat 282 (39€/Tag, sehr schöne Wohnung, sehr schöne Lage). nautische Informationen aus dieser Woche: Rab hat ACI Marina, wo ein Anlegen lohnenswert wäre, es gibt eine zweite ACI Marina in Supetarska Draga (NNW-Seite der Insel); vor Barbat (genau vor einem Restaurant Barbat, dessen Schild man unter Bäumen ausmachen kann, ca. 2 Kabellängen südöstlich einer kleinen Marina mit Kran) ist eine Pier, wo man vor Kopf Tiefgang über 2m hat und festmachen könnte, um dann ausgezeichnet Fisch (oder gar Hummer und Langusten!) essen zu gehen im Restaurant 'Kordic' (550 kn/4 Pers E+T), Barbat 176 nur wenige Meter hinter (nördlich) der Krananlage. Nachtrag
New Zealand, Whangarei, 5.11.02 Hallo Dietrich, zufaellig bin ich auf Deinen Bericht ueber den Toern an Pfingsten 2002 gestossen. Glueckwunsch, wir haben die FAN CHUAN II im Maerz 1990 in Portoroze aufgeriggt und sie hat uns bis 1993 als "Uebungsschiff" gedient. Wir hatten keine Segelerfahrung, aber den Plan fuer eine Weltumsegelung. Es freut uns, dass die FAN CHUAN II noch immer Spass beim Seglen bereitet. Sie ist ein leichtes und schnelles Schiff und trotzdem wirklich sehr stabil gebaut. Wir hatten das Schiff in Charter bis, ich glaube 1997 oder 1998. Und in all den Jahren hat es keine grossen Probleme gegeben und da es noch immer in Charter ist, hat die Stabiliaet wohl nicht nachgelassen. Der Rumpf ist ja kpl. aus Epoxy gebaut und daher gibt es bei diesem Schiff auch nie Probleme mit Osmosis. Wir haben Kroatien im August 1994 mit unserem Katamaran FAN CHUAN, der inzwischen 28 Jahre alt ist, verlassen und den folgenden Winter in der Tuerkei verbracht. 1995 sind meine Frau und ich ueber den Atlantik und haben die Zeit bis Maerz 2000 in der Karibik verbracht. Im April 2000 sind wir durch den Panama Kanal, waren 1 Jahr in Tahiti und sind seit November 2001 in New Zealand. Im April/Mai 2003 geht es wieder zurueck nach Fiji. Weiterhin viel Spass beim Segeln wuenscht Dir Bernd und Christine (Trautwein) Katamaran FAN CHUAN
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